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Läden die mitdenken

Trend 2:

Im Rahmen meiner Einkaufstour ging ich in ein Sportgeschäft in meinem Heimatort. Dort wollte ich mich zum Thema "Türreck" informieren lassen. Der Einbau eines Türrecks wird von einer großen deutschen Zeitschrift zum Thema Fitness & Lifestyle empfohlen.

Auf meine Frage, ob denn ein Türreck erhältlich sei, erklärte mir der Verkäufer, dass diese aus dem Programm genommen worden seien. Warum? Weil diese in den Türrahmen eingeschraubt werden müssten mit dem Resultat, dass, wenn sie einmal "herunterkämen", den Türrahmen ruinierten und ausserdem ohnehin beim Umzug der Türrahmen ausgetauscht werden müsste.

Deshalb und auch wegen der Verletzungsgefahr würden Türrecks und etwaige alternative Geräte (an die Wand zu montierende Stangen usw.) nicht vertrieben.

Eindruck:

Ein Geschäft in dem man Wert darauf legt dem Kunden Dinge zu verkaufen die ihm nutzen. Der Kunde wird beraten, es wird ihm auch von schlechten Produkten abgeraten bzw. man verzichtet auf Gewinn aus schlechten Produkten. Der Kunde, der wiederkommen soll weil er zufrieden ist, steht im Mittelpunkt und nicht die Verwirklichung eines kurzfristigen Verkaufserfolgs um jeden Preis.

29.10.07 12:00


Gerne!!

Trend 1: 

Letzte Woche war ich einkaufen - Klamotten. Unter anderem in einem großen Schuhgeschäft in Köln, wo ich irgendwann irritiert vor einem sehr schönen Schuh und einer wahren Wand leerer Schuhkartons stand.

Ich winkte einen der herumwuselnden Angestellten (Frei nach Escriva: Bist Du nur in Aktion oder arbeitest Du auch?) herbei, der mir mitteilte, dass ich mich da noch etwas gedulden müsse, die Schuhe seien bestellt und müssten wohl nächste Woche eintreffen.

Sprachs, strahlte mich an, drehte sich ohne meine Reaktion abzuwarten auf dem Absatz um und lachte mir währenddessen ein scheißfreundliches "Gerne" zu.

Eindruck:

Laden ohne anständige Sortimentsverwaltung, dafür mit oberflächlich "freundlichen" Angestellten, die mit viel Training aber ohne wirkliche Motivation eher arrogant als motiviert keinen Handschlag mehr als unbedingt notwendig machen.

29.10.07 11:47


Ach Eva!!

Arme Eva! Wo immer sie Auftritt wird sie geschlagen und getreten. Kürzlich beim Forum deutscher Katholiken:

Eva tritt unter tosendem Beifall auf und... spricht über ihr Standartthema. Und die Presse keilt was das Zeug hält.

Über Sinn und Unsinn dessen was Frau Hermann zu sagen zu haben glaubt kann man ja streiten - ebenso über die persönliche Glaubwürdigkeit der Jean D'arce des Konservativismus. Aber das sei dahingestellt und jedem zu befinden selbst überlassen.

In Wirklichkeit ist doch folgendes passiert:

700 Zuhörer - darunter die üblichen Verdächtigen bei solchen Themen wie Walter Mixa und vermutlich Gloria Fürstin von Thurn und Taxis, die jedenfalls zum Veranstalter in enger Verbindung steht - haben einer ehemaligen Nachrichtensprecherin applaudiert. Das tut jede Fraktion im Bundestag wenn einer der ihren gesprochen hat. Der Veranstalter ist das Forum Deutscher Katholiken, hinter dessen großspurigem Namen nicht wirklich viel steckt, der aber durch abstruse Pressemitteilungen immer wieder Wind macht. Gleichstellungsgesetz? Abgelehnt, weil man dann ja nicht mehr gegen Abtreibung und Homosexualität sein kann. Ok, Homosexualität kann man ja noch nachvollziehen, denn Worte wie "Homokonkubinat" oder "Homoperversion" wie sie vom katholischen Konservativismus - oder schon rechten Rand?? - etwa auf Internetseiten wie kreuz.net propagiert werden, sind zwar weiß Gott phantasievoll, aber das macht die Absicht derer die sie gebrauchen nicht besser. Und der/die Homosexuelle ist zur Fortpflanzung zugegebenermaßen relativ unpraktisch. Aber was bitte hat die Abtreibungsdebatte mit dem Gleichstellungsgesetz zu tun? Ok, das abgetriebene Baby ist dem Baby, das sich noch im Mutterleib befindet, gegenüber schlechter gestellt. Aber das ist dann doch zu platt.

Kurz, auch ein recht kirchentreuer Katholik (mit dem einen oder anderen konservativen Anstrich) wie ich darf sich da ab und an mal wundern und erschrecken oder ärgern.

Klar, ein gefundenes Fressen, wenn "uns Eva" für "uns Pänz" in die Bresche springt. Da hat man ja gleich alles beisammen. Eine zentrale "Interessenvertretung", die die römische Lehre auf recht eigenwillige Weise interpretieren, eine Kirche, auf die man schon aus Tradition gut einprügeln kann und eine Rednerin, nach der in einigen Jahren wahrscheinlich kein Hahn mehr kräht.

Arme Eva!! Eva who??

9.10.07 21:07


Morgen Kinder wird's was geben...

So heißt es in einem Weihnachtslied, dass mir als Kind gesungen von Wenkhe Myrhe so viel Freude bereitete. Eigentlich sollte man umtexten "in ein paar Monaten Kinder...". Aber das käme mit dem Versmaß und terminlicher Genauigkeit nicht hin, aber wäre passend. Schon seit Jahren tummeln sich spätestens ab August Zimtsterne und Marzipan in den Supermärkten. Und nun hat der Wahnsinn neue Dimensionen erreicht. Seit Ende September stehen die neuen Weihnachtsplatten in den Regalen, aber nix Bing Crosby, Peter Alexander und so, neue frisch eingespielte Platten. Für das rechte Weihnachtsfeeling wenn draußen die Herbststürme toben. Yo!!

Dumm nur, dass Mutter Natur einem Ansinnen Weihnachtsbäume ähnlich früh zu verkaufen, entgegensteht.

Und ganz dumm, dass Weihnachten so ganz Unmarketinglike (siehe Thema Anglizismen ;-)) im Winter statt findet. Anstatt im Sommer, wo man in der Eisbar einen Eiskaffee schlürfen, genüßlich in eine Melone beissen und insgeheim an einen Titel von Popsänger Lukas Hilbert denken könnte: "Weihnachten wär geiler, wär der Weihnachtsmann ne Frau." (aber die Bikiniversion und ohne Bart... bitte!)

1.10.07 13:37


Die einst als Minderheiten bezeichneten Einwanderer bewegen sich immer mehr in die gesellschaftliche Mitte und Integration entwickelt ein Stück Eigendynamik. Immer mehr deutsch-türkische Bildungsbürger gründen nach einer Meldung des "Zukunftsletter" Privatgymnasien, weil ihre Kinder später Erfolg in Deutschland und dem Rest der Welt haben sollen. Bisher schafft nur jedes 10. Kind mit türkischem Pass den Sprung aufs Gymnasium. Im Vergleich dazu gehen 40 % aller deutschen Kinder aufs Gymnasium. Eines der bekanntesten dieser Schulprojekte ist das Privatgymnasium in Eringerfeld bei Paderborn mit angeschlossenem Internat. Das Schulkonzept spricht zwar gezielt türkische Kinder an, wehrt sich aber vehement gegen den Vorwurf Paralellgesellschaften zu fördern. So sieht das Ganztagskonzept z. B. auch keinen Religions-, sondern Ethikunterricht vor. Nachmittags gibt es Förderkurse, Theatergruppen und Türkischunterricht. Dass das Privatgymnasium Erfolg hat, zeigt sich auch daran, dass sich für das nächste Schuljahr erstmals 3 Kinder nichttürkischer Herkunft angemeldet haben. Manchmal geschieht Integration eben nicht von der großen Politik mit großem Gepolter, sondern schleichend beim kleinen Mann. Döner ist schließlich auch aus dem Ernährungswortschatz vieler Menschen nicht mehr wegzudenken.

1.10.07 14:10


Privatfernsehen igitt!!

Am Samstag war DER große Tag der Samstagabendunterhaltung. "Schlag den Raab" lief auf Pro7. Große Show über 5 Stunden live. Schön, spannend und aufregend - in jeder Beziehung. Denn alle 20 Minuten erschien von irgendwoher etwas Werbung. Sei es der 30 Sekundenspot kurz vor der Entscheidung, sei es der Block oder sei es das unsägliche Splitscreen. Soviel Bier kann man in den Werbepausen gar nicht holen, geschweige denn außerhalb derselben trinken um dann oft genug zu müssen, um die Werbung zu überbrücken.

Aber eines hat mir diese Sendung denn doch gezeigt. Wie spannend Memory sein kann. Vielleicht werde ich damit den einen oder anderen Abend zubringen, anstatt ihn mir durch dusselige Werbespots kaputt machen zu lassen. Zumal das ein recht gutes Gedächtnis-Training ist. Vielleicht fallen mir dann noch die goldenen Zeiten ein, wo die Filme noch von zwei Block unterbrochen wurden - damals hätte auch "Schlag den Raab" niemals 5 Stunden gedauert.

17.9.07 15:59


Carramba Kolumba!

Unser Erzbischof ist ausgeglitten, verbal. Das Zitat ist wohlbekannt. Zweifelsohne war es ein Fehler ein Wort wie "entartete Kunst" auch nur sinngemäß zu gebrauchen. Dass man Joachim Kardinal Meisner nun neben Eva Hermann an den Pranger stellt, vielleicht eine gute Lehre in Sachen PR. Das ist nämlich etwas, wovon Kirchenmänner, die nämlich mit ihrer oft betulichen Art Dinge auszudrücken, gar nichts verstehen. Manche reden, wie Andere Fachbücher schreiben. Naja, sie sollen gute Priester sein und keine Marketingstrategen. Aber ist ein Priester nicht zugleich Marketingstratege Gottes? Soll er nicht seiner Gemeinde helfen Gott in ihr lebendig werden zu lassen? Wie soll er das in dieser Zeit denn schaffen, wo nur wenige Leute regelmäßig in die Kirche gehen und noch weniger wissen wie ihr Priester heißt und kaum jemand ihn persönlich kennt. Von einer hochrangigen Persönlichkeit wie einem Kardinal eines der bedeutensten Bistümer Europas ganz zu schweigen. Und dieser Kardinal hat nun letztendlich denselben Fehler gemacht, wie ihn Benedict XVI in Regensburg gemacht hat. Er hat eine akademische Rede am falschen Ort gehalten, die nicht jeder komplett kennt, deren Aussagen leicht aus dem Zusammenhang zu reissen waren und deren wirkliche Intention letztendlich kaum noch nachvollziehbar ist. Mehr nicht!

Und nun fällt alle Welt über ihn her. Er habe keine Ahnung von Kunst, sei ein Fundamentalist. Der Meinung kann man ja sein! Der Kardinal hat oft genug ausgeteilt und heute ist er mal dran mit einstecken. Heute lese ich einen Artikel zu dem Thema in der TAZ betitelt mit den Worten "Der Kalif von Köln". Ja richtig, das war doch Metin Kaplan, der, der einen Konkurrenten ermorden ließ, der sagte "Kalifat oder Tod" und der offen seine Solidarität mit Al Qaida bekundete. Und hier ist für mich eine Grenze erreicht! Bei aller Kritik an Kardinal Meisner wegen seiner Ausführungen, ihn aber und das auch noch von einer so renommierten Zeitung mit einem Verbrecher dieses Kalibers zu vergleichen ist schlicht unverschämt!!!

17.9.07 14:36


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