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Pakistan: Flackert es nur, oder brennt es schon?

Interessant ist diese Fragestellung nicht nur, weil im Nachbarland Afghanistan - bekanntlich kein Hort der politischen Stabilität - unsere Soldaten stehen und Taliban wie Drogenbarone dort kein Interesse daran haben, dass sich ein stabiles Gemeinwesen entwickelt, sondern auch, weil Pakistan vor allem folgendes ist:

1. Hauptrückzugsraum und logistischer Stützpunkt für Taliban und Al-Qaida

Das undurchsichtige Gebaren verschiedener Qu'ranschulen und ihrer Betreiber, sowie der Einfluss radikaler Gruppierungen in einigen Provinzen sind wohl bekannt. So hat ein 28jähriger, der sich Mullah Fazlullah nennt in einer Provinz ein Emirat ausgerufen, lässt dort die Zeugnisse der buddhistischen Hochkultur vernichten und wütet ganz Taliban-Like gegen religiöse Minderheiten und nicht-ganz-so-hundertprozentige Muslime.

Neulich habe ich auf einer Jihadistenwebsite (wo auch ein Sheikh die ach so fromme Tat der Suizid-Bomber von Fallujah hochjubelte und Splatterfilmchen vergangene Taten rechtfertigen und loben und kommende prophezeihen) eine Stellenanzeige gelesen, laut der "vier Brüder für unsere Internetredaktion in Karachi" gesucht wurden. Klar, dass damit weder Franziskaner noch Vierlinge gemeint sind...

2. Eine Atommacht

... auch wenn man es immer wieder zu verharmlosen versucht. Seit Jahren bedrohen sich Indien und Pakistan mit ihren atomaren Sprengköpfen. Tests sind gelaufen, das Programm steht. Auch wenn bezweifelt werden darf, dass das Arsenal Pakistans sonderlich groß ist. Wieviele Atombomben braucht man um eine Stadt einzuäschern?

3. Spätestens seit diesem Wochenende endgültig eine Diktatur

"Präsident" Musharraf hat den Ausnahmezustand verhängt und die Polizei knüppelt zusammen mit Armee - von der niemand weiß, wo sie eigentlich steht - demonstrierende Rechtsanwälte nieder.

Pakistan ist aber noch mehr... in Lahore und Karachi befindet sich eine hochentwickelte Softwareindustrie, sowie eine sich zaghaft mausernde kreative Klasse.

Und hier wird das Problem erst richtig groß:

Sollte Herr Musharraf das Land nicht unter Kontrolle behalten können,  ist nicht nur jeder technische und wirtschaftliche Fortschritt und damit die Zukunft des Landes bedroht, sondern auch noch mehr...

... nämlich dass das erste Land überhaupt in seinem Sozialgefüge zusammenfällt und es nicht durch ethnische oder religiöse Konflikte (die es natürlich auch gibt) zerbricht. Neben den innovativen Kräften, die die Wirtschaft nach vorne bringen wollen, die eine hochstehende Kulturlandschaft entwickeln und die Tradition in den Dienst der globalen Welt stellen wollen, gibt es auch jene machtgierige Subjekte, deren Handeln nur vom eigenen unmittelbaren Gewinnstreben bestimmt wird und jene Menschen, die sich vor allem in ihrer Rückständigkeit von allem Neuen und für sie Fremden bedroht sehen, zerrissen wird. Und diese Menschentypen gibt es auf der ganzen Welt...

... darum ist weder Freiheit noch Globalisierung ein Selbstläufer, sondern muss mit einem stetigen Bildungsprozess verknüpft werden. Nicht damit der Mensch in der globalisierten Welt seinen Nutzen erhöht und seinen Wert im globalen Wettbewerb steigert, sondern damit der Mensch eigene Kultur und den eigenen Hintergrund kennenlernt und sich so in den globalen Kontext einordnen kann. In Phrasen: Der globalisierte Mensch ist entweder Überzeugungstäter, oder er ist nicht!

6.11.07 00:03


Tod und Spiele

Wenigstens die Fronten sind klar bei den Vorgängen in Italien, das sich von außen betrachtet einmal mehr am Rande der Chaos bewegt. Die großen Organisationen der "Ultra's" jene oft dem rechts - oder linksextremen Lager zuzurechnenden Anhängergruppen der großen Vereine haben ihre Rivalitäten ruhen lassen und gehen nun gemeinsam gegen den bösen Staatsapparat los.

Dieser hat nämlich in Person eines gewissenlosen Polizisten einen der ihren auf dem Gewissen. Nur, dass dieser aber offenbar - nach offizieller Lesart - keiner "der ihren" war, sondern ein Unbeteiligter, der von einem Querschläger getroffen wurde, als Polizisten versuchten Raufbolde zu trennen und einer von ihnen in die Luft schoss und sich darauf ein zweiter Schuss löste. Mancher mag nun denken - reichlich viel Pech... ein Schuss der sich versehentlich löst und so gegen etwas prallt, dass er einen Menschen, der auf der anderen Straßenseite in einem Auto sitzt in den Nacken trifft.

Fest steht aber, dass dieser Mensch keiner "Ultra"-Organisation angehört hat. Und hier geraten besagte Organisationen in Erklärungsnöte - das tun sie sowieso - und zwar letztendlich sich selbst gegenüber. Es ist zwar gegen das Gesetz, aber Rache für ein Mitglied wäre zumindest ein Motiv. Und dass sich sogar radikale Fanorganisationen wie der von Lazio und AS Rom verbünden um nun gemeinsam Randale machen zu können zeigt, dass diesen der Anlass sehr gelegen kommt. Und schon brennen Polizeiautos, werden Polizeikasernen gestürmt und verwüstet und Einrichtungen von Sportverbänden demoliert. Fragt sich nur was mehr erschreckt:

- das Ausmaß der Gewalt

- die Organisation

oder

- dass staatliche Ordnungskräfte sich offenbar nicht einmal mehr selbst schützen können

Stimmen verlangen die Beendigung der Fußballmeisterschaft oder ein Reiseverbot für Hooligans. Fraglich ist, ob das eine oder andere überhaupt greift, packen beide doch das Problem an der Stelle an, die ohnehin schon am meisten geschädigt wird: Beim Fußball selbst! Die Frage, wie man diese menschliche Verrohung in den Griff bekommt wurde bislang überhaupt noch nicht versucht zu beantworten.

12.11.07 15:37





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