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Arbeit & Wirtschaft

Generation Doof oder im Lande der Zyklopen

Vor kurzem erschien das Buch Generation Doof, das auch in der trendinteressierten Fachpresse, etwa dem Trendletter u.a. breite Resonanz gefunden hat, dass sich mit der Bevölkerung zwischen 15 und 35 befasst, die in der Regel rein spassorientiert und an tieferen Inhalten eigentlich desinteressiert sei.

Als Mitglied der fraglichen Gruppe (zu der auch die Autoren des Buches gehören) muss ich zugeben, das stimmt! Leider viel zu oft!

Natürlich sind die jungen Leute von heute im wesentlichen nicht anders als jene von gestern und sie sind auch nicht weniger aufnahmefreudig. Der letzte Mensch, der wohl ein Universalwissen hatte, war der Philosoph Gottfried Wilhelm Leipniz und der ist 1716 gestorben. Dass er ein Universalgelehrter war hat wenig damit zu tun, dass er so schlau war wie er zweifellos war, sondern vielmehr damit, dass sich das Wissen seither nicht nur vervielfacht hat, sondern auch in viel zu viele Zweige aufgegliedert ist, als dass sich ein Mensch mit allem befassen könnte.

Und da wir heute in einer Welt leben, in der Wissensbausteine gewissermaßen immer neue Programme sind, die wir hochladen, wählen wir wohl diejenigen Programme die uns nutzen.

Leider sind das in der Regel nicht Notenlesen oder Philosophie, sondern Buchhaltung oder EDV. Der Mensch ist eben ein Produktionsfaktor. Und dieser mehrt seinen Nutzen durch das Lernen von Dingen, die er gebraucht und die sein Humankapital erhöhen. Andere sind für ihn als ob man Geld unter die Matraze stecken würde anstatt es auf die Bank zu tragen. Das lernt er im Selektionsprozess. Damit erhält man viele Fachleute für irgendetwas, aber eben nur Automaten die Dienste leisten und nicht mehr.

Niemand mehr, der Kant kennt und damit seinen brillianten Gedanken (oder sollte es Prophezeihung heissen?) von den Einäugigen, die nur einen Aspekt der Welt genau kennen, den Rest aber überhaupt nicht.

22.4.08 14:03


Läden die mitdenken

Trend 2:

Im Rahmen meiner Einkaufstour ging ich in ein Sportgeschäft in meinem Heimatort. Dort wollte ich mich zum Thema "Türreck" informieren lassen. Der Einbau eines Türrecks wird von einer großen deutschen Zeitschrift zum Thema Fitness & Lifestyle empfohlen.

Auf meine Frage, ob denn ein Türreck erhältlich sei, erklärte mir der Verkäufer, dass diese aus dem Programm genommen worden seien. Warum? Weil diese in den Türrahmen eingeschraubt werden müssten mit dem Resultat, dass, wenn sie einmal "herunterkämen", den Türrahmen ruinierten und ausserdem ohnehin beim Umzug der Türrahmen ausgetauscht werden müsste.

Deshalb und auch wegen der Verletzungsgefahr würden Türrecks und etwaige alternative Geräte (an die Wand zu montierende Stangen usw.) nicht vertrieben.

Eindruck:

Ein Geschäft in dem man Wert darauf legt dem Kunden Dinge zu verkaufen die ihm nutzen. Der Kunde wird beraten, es wird ihm auch von schlechten Produkten abgeraten bzw. man verzichtet auf Gewinn aus schlechten Produkten. Der Kunde, der wiederkommen soll weil er zufrieden ist, steht im Mittelpunkt und nicht die Verwirklichung eines kurzfristigen Verkaufserfolgs um jeden Preis.

29.10.07 12:00


Gerne!!

Trend 1: 

Letzte Woche war ich einkaufen - Klamotten. Unter anderem in einem großen Schuhgeschäft in Köln, wo ich irgendwann irritiert vor einem sehr schönen Schuh und einer wahren Wand leerer Schuhkartons stand.

Ich winkte einen der herumwuselnden Angestellten (Frei nach Escriva: Bist Du nur in Aktion oder arbeitest Du auch?) herbei, der mir mitteilte, dass ich mich da noch etwas gedulden müsse, die Schuhe seien bestellt und müssten wohl nächste Woche eintreffen.

Sprachs, strahlte mich an, drehte sich ohne meine Reaktion abzuwarten auf dem Absatz um und lachte mir währenddessen ein scheißfreundliches "Gerne" zu.

Eindruck:

Laden ohne anständige Sortimentsverwaltung, dafür mit oberflächlich "freundlichen" Angestellten, die mit viel Training aber ohne wirkliche Motivation eher arrogant als motiviert keinen Handschlag mehr als unbedingt notwendig machen.

29.10.07 11:47


Luxus als Massenphänomen

Pro Tag gibt es 1600 neue Millionäre auf der Welt, so berichtet der "Trendletter" in seiner neuen Ausgabe. Und auch die müssen ihr Geld ja irgendwo lassen. Also gibt es nun verstärkt solche Unternehmen, die sich auf Produktion und Vertrieb von Sachen verlegt haben, die diese neue Oberschicht schick finden könnte.

Abgesehen von der Frage, ob es nicht bessere Möglichkeiten gibt sein Geld zu verbraten, frage ich mich, ob das Bedürfnis nach Exklusivität, die diese Kreise ihrem Ruf nach haben, diesem Trend des Luxus von der Stange nicht entgegenläuft. Und das zu beobachten stelle ich mir schon interessant vor.

17.9.07 12:19


Neues aus der Outsourcingwelt

Der Herausgeber einer Onlinezeitung aus Pasadena hat eine glorreiche Idee gehabt, da amerikanische Journalisten zu teuer, faul und eigensinnig seien hatte das kurzerhand Konsequenzen für den Lokalteil der Zeitung.

Dieser wird nämlich neuerdings aus Indien bedient - die Redaktion schickt die Quellen, Interviews lassen sich aus dem Ausland via Telefon genauso führen, der Inder baut den Beitrag und fertig!

BBC & CNN und auch Reuters arbeiten seit Jahren mit Journalisten, die in aller Welt sitzen, dass aber plötzlich lokale Nachrichten in Indien fabriziert werden ist neu.

Zwar steht das für Deutschland NOCH nicht zu befürchen, mangels ausreichender Anzahl potentiellen deutschsprachigen Personals, aber dass ich z.B. vom Amazon Kundenservice bislang ausschließlich Menschen mit indischem Namen erreichte zeigt wie weit diese Entwicklung bereits gediehen ist und wie schleichend sie sich vollzogen hat.

Man muss sich eben anpassen und sich auf künftige Entwicklungen einstellen!

Viele Grüße aus Bangalore.

4.7.07 10:18


Verschwendung und Sparsamkeit

In meiner Familie bin ich erste Nachkriegsgeneration (also die erste Generation, die vom Krieg gar nichts mehr mitbekommen hat) - mein Vater war noch im Bunker verschüttet und meine Familie mütterlicherseits wurde vertrieben. Es galt hauszuhalten mit allem, vom Toilettenpapier (falls es das denn gab - ansonsten Zeitungen usw.) bis zur Schuhwichse, vom Brotlaib (aus dem der Schimmel nur herausgeschnitten wurde, der aber keinesfalls weggeworfen wurde) über die Briketts, die am Bahnhof gesammelt wurden bis hin zur Seife.

Man war arm. Armut macht erfinderisch - und so wurde das Wirtschaftswunder geboren, ein dauerhafter Aufschwung bis in die 60er in manchen Branchen bis in die 70er Jahre hinein. Innovation ist in erster Linie die Mutter von Erfolg, Mangel nur die Motivation. Von daher ist heute in vielen Bereichen die Sparsamkeitswut nicht nachzuvollziehen. Preiskämpfe vernichten irgendwann Arbeitsplätze, besonders "gesund"-rationalisierte Unternehmen haben kaum noch Ressourcen für neue Produkte. Das Resultat sind schlechte Produkte, für die der Konsument wegen der Preiskämpfe niedrige Preise zahlt, so er denn infolge der Rationalisierungen Arbeit hat.

Das ist eben genau das falsche Beispiel an Sparsamkeit. Sparsamkeit bedeutet nicht so wenig wie möglich (das wäre Geiz!), sondern nicht zu viel (so ist es unsinnig mehr zu kaufen, als man essen kann, aber genauso unsinnig aus Kostengründen die Kalorienbombe Tiefkühlpizza dem Gemüse vorzuziehen - Arbeitsmarkt, Energie usw. analog). Oder wie es der Trendforscher Matthias Horx im Zukunftsletter schreibt: "Ein Markt, der nur das "Nötigste" bietet, wird uns allenfalls depressiv machen, aber nicht zum Handel anregen."

11.6.07 12:58


Kapitalismus mit Blutgrätsche

Rene Obermann pokert hoch. Wenn er sich beim gegenwärtigen Konflikt bei der deutschen Telekom nicht durchsetzt kann er gleich seinen Hut nehmen. Die Gewerkschaften spielen ebenso riskant, denn es geht auch um einen unvergleichlichen Prestigegewinn oder - verlust. Wer möchte sich schon ausmahlen, welches Signal ein verlorener Arbeitskampf hätte. "Nun kann die niemand mehr aufhalten", "Sieg auf der ganzen Linie" wären die deprimierten oder frohlockenden Resümee's der beiden Fraktionen, die einander mit harten Bandagen bekämpfen - Streikbrecherprämien und Gipferboykott.

Während sich die beiden Parteien unversöhnlich gegenüberstehen, erhöht Rene Obermann die Schlagzahl. Man könne die Serviceabteilungen auch nicht in Tochterunternehmen ausgliedern, sondern verkaufen. Er macht Druck, weiß, was er will - nämlich sein Konzept durchboxen und das zur Not auch mit einer suboptimalen Lösung für sein eigenes Unternehmen, das er mittelfristig schon verheuschreckt sieht.

Der Imageschaden, der der Telekom durch die Bestreikung der Call-Center und anderer Service-Einrichtungen entsteht ist jedenfalls immens und strategisch gut koordiniert kann die streikende Telekombelegschaft die halbe Republik lahmlegen - man denke nur an die Frankfurter Börse, die von der nationalen und internationalen Vernetzung abhängig ist.

Wenn Obermann trotz des Widerstandes der Gewerkschaften seine Pläne durchsetzen kann, käme das deren Ausschaltung gleich... und eine Regierung ohne Opposition verkommt leicht zur Autokratie!

14.5.07 16:35


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